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AI Act, Guidelines und Codes of Practice: Das Zusammenspiel

Für Unternehmen, die KI nutzen, sind neben dem eigentlichen KI-Gesetz vor allem drei begleitende Dokumente entscheidend. Hier finden Sie die wichtigsten Leitfäden und Vorgaben für die Praxis.

Das Fundament: Der EU AI Act (Verordnung (EU) 2024/1689)

Der EU AI Act (die europäische KI-Verordnung) ist das rechtsverbindliche Gesetz und bildet die Basis für alle nachgelagerten Richtlinien. Er ist der weltweit erste umfassende rechtliche Rahmen für Künstliche Intelligenz und verfolgt einen risikobasierten Ansatz: Je höher das potenzielle Risiko einer KI-Anwendung für Sicherheit und Grundrechte ist, desto strenger sind die gesetzlichen Auflagen.

Die Spanne reicht von verbotenen KI-Praktiken über strenge Auflagen für Hochrisiko-Systeme (z. B. im Gesundheitswesen oder Personalbereich) bis hin zu einfachen Transparenzpflichten für alltägliche KI-Anwendungen im Web und E-Commerce.

Da das Gesetz selbst sehr abstrakt formuliert ist, wurden zur konkreten Auslegung die nachfolgenden Guidelines und Codes of Practice ins Leben gerufen.

Die Faustregel für KI-Regularien:

 

Der AI Act sagt, was verpflichtend ist. Die Guidelines erklären, wann es gilt. Der Code of Practice zeigt, wie man es praktisch umsetzen kann.

Wichtigsten Leitfäden für die Praxis

EU-Guidelines: Umsetzung der Transparenzpflichten (Art. 50 AI Act)

Der AI Act fordert Transparenz: der Leitfaden der EU definiert genau, wann diese Pflichten in der Praxis greifen und für wen sie gelten. Er konkretisiert, in welchen Situationen Nutzer zwingend darüber informiert werden müssen, dass sie mit einem KI-System interagieren (z. B. bei Chatbots) oder dass sie KI-generierte Texte und Bilder auf einer Website sehen.

Code of Practice für universelle KI-Modelle (GPAI)

Dieser Verhaltenskodex zeigt, wie die Vorgaben für große Basismodelle (General-Purpose AI) praktisch umgesetzt werden können. Er richtet sich zwar in erster Linie an die Anbieter (Entwickler) von großen Sprach- oder Bildmodellen (bzgl. Risikomanagement und Urheberrecht bei Trainingsdaten), ist aber auch für Anwender relevant.

Code of Practice für KI-generierte Inhalte (Desinformation)

In Erweiterung bestehender Regelungen (wie dem Code of Practice on Disinformation) zeigt dieses Dokument Lösungsansätze auf, wie sich die Herausforderungen durch synthetische Medien (z. B. Deepfakes) in der Praxis bewältigen lassen.

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